KONZERTE

24. November 2019, 17 Uhr

"Franz Schubert - Winterreise - vielleicht doch ein Politkrimi?"

HANS-HENNING VATER, Violine (Konzertmeister Göttinger Barockorchester)

STEFAN ADELMANN, Kontrabass (Solo-Kontrabassist der Bamberger Symphoniker)

EILIKA (Sopran) & BERNHARD WÜNSCH (Klavier)

 

Wussten Sie, dass Franz Schubert im Gefängnis saß? Dass er von Geheimpolizisten und Spitzeln überwacht wurde? Dass er sich die Texte der Winterreise aus einer im damaligen Wien verbotenen Zeitschrift, deren Lesen bereits unter Strafe stand, besorgte? - Er schrieb in vielen Briefen von Einsamkeit und dass „er allein mit in seinem Zimmer ausharren“ musste.

Die Liedfolge der „Winterreise“ wird in dieser Interpretation mit aktuellen Texten, die sich auf Freiheit, Zensur und Überwachung beziehen sowie Ausschnitten aus Heinrich Heines „Deutschland, ein Wintermärchen“ verwoben. So entsteht ein ganz neues Bild dieses seit vielen Jahren so populären Werkes, das weit über die unglückliche Liebesgeschichte hinaus weist. Diese Rezeption ist musikgeschichtlich seit geraumer Zeit aktuell und wird mehr und mehr als die eigentliche Botschaft dieses meistgespielten Liedzyklus gesehen.

Wir besetzen in dieser Version zusätzlich eine Violine und einen Kontrabass um die gegensätzlichen Farben dieser Musik noch besser ausleuchten und hervorheben zu können. Mit dem Konzertmeister des Göttinger Barockorchesters, Hans-Henning Vater, und dem Solo-Kontrabassisten der Bamberger Symphoniker, Stefan Adelmann, haben wir exzellente und hoch erfahrene Musiker gewinnen können, deren Interpretation der Schubert'schen Musik der ihm so wichtigen politischen Tiefe seiner Werke auch gerecht werden kann.

Schuberts „Winterreise“, Heines „Deutschland, ein Wintermärchen“ - ist die Reaktion von Künstlern auf die Karlsbader Beschlüsse und die darauf folgende Bespitzelung, auf Zensur und Einschränkung, welche das Leben der Bürger ganz unmittelbar traf. Wie viel Freiheit steht einem Menschen zu? Was geschieht mit uns, wenn wir uns unserer Freiheit beraubt sehen? Das ist die „Winterreise“, ein Aufschrei, ein Hilferuf! Und, zum Schluss des Zyklus, Resignation oder Aufbruch?

NEUJAHRSKONZERT

03. Januar 2020, 17 Uhr

 

PETER ROSENBERG, Violine (der langjährige 1. Konzertmeister der Bamberger Symphoniker)

EILIKA (Sopran) & BERNHARD WÜNSCH (Klavier)

 

aus: Johann Sebastian Bach Sonaten und Partiten für Violine Solo: Sonate a-Moll BWV 1003

Lieder von J. Brahms, R. Schumann u.a. bearbeitet für Sopran, Violine und Klavier

 

 

Die Bamberger Symphoniker zählen zu den „top 5“ Spitzen-orchestern Deutschlands. Peter Rosenberg, geboren in Klausenburg (Cluj) / Rumänien, war von 1982 bis 2015 erster Konzertmeister dieses Weltklasseorchesters. Er studierte an der Rubin-Musikakademie in Tel Aviv/ Israel und bei Saschko Gawriloff an der Folkwang Hochschule Essen, ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe (Deutscher Musikwettbewerb Bonn und ARD Musikwettbewerb München 1970 – dort im Duo Violine/ Klavier mit Bruder Gabriel Rosenberg. Von 1993 bis 1998 war er neben seiner Konzertmeistertätigkeit auch Professor für Violine und Kammermusik an der Hochschule für Musik Köln, Abteilung Aachen. Neben zahlreichen Rundfunkaufnahmen bei deutschen Sendern liegt eine Aufnahme sämtlicher Violinkonzerte von Ernst Krenek mit den Bamberger Symphonikern unter Florian Merz beim Label Koch-Schwann vor und wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Er konzertierte weltweit unter Dirigenten wie H. Blomstedt, E. Jochum, H. Stein, C. M. Giulini, G. Sinopoli, G. Dudamel, A. Nelsons und J. Nott.

 

Johann Sebastian Bachs Zyklus von je drei Sonaten und Partiten für Violine solo stellt zweifellos einen Höhepunkt der abendländischen Violinmusik dar. Sowohl in spiel- als auch in kompositionstechnischer Hinsicht setzten die Werke neue Maßstäbe und schauten weit in die Zukunft hinaus. Es ist aber auch sehr empfindsame, persönliche Musik mit enormer Tiefe, so teilt sich z. B. Bachs Trauer um seine Frau Barbara in der Sonate a-Moll sehr unvermittelt mit. Liedbearbeitungen für Sopran, Violine und Klavier runden diesen Konzertabend ab.

 

25. Januar 2020, 17 Uhr

 

JOHANNES BRAHMS

LIEBESLIEDER“ op.52 & „NEUE LIEBESLIEDER“ op.65

 

für Solistenquartett & Klavier zu 4 Händen

EILIKA WÜNSCH (Sopran), DENISE SEYHAN (Alt),

WOLFGANG KLOSE (Tenor), CLEMENS MORGENTHALER (Bass)

am Flügel: ANDREA CAPECCI & BERNHARD WÜNSCH

 

 

 

Die vertonten Texte aus einer Sammlung des Philosophen und Dichters Georg F. Daumer beruhen auf russischen, polnischen und ungarischen Vorlagen. Die erste Sammlung op. 52 ist eine lockere Folge von Liebesliedern auf lyrisch-schwelgende, heiter-ironische, aber auch energisch-bestimmte Texte, über die der Komponist selbst urteilte: „Übrigens möchte ich doch riskieren, ein Esel zu heißen, wenn unsere Liebeslieder nicht einigen Leuten Freude machen.“ Demgegenüber handeln die Texte der zweiten Sammlung überwiegend von den Schattenseiten der Liebe: Misstrauen, Enttäuschung und Verzicht. Die erste öffentliche Aufführung der Liedersammlung erfolgte am 5. Januar 1870, mit Clara Schumann und Brahms selbst am Klavier. Mit diesem Neujahrskonzert beginnen wir das neue Jahr mit beseelten, beschwingten, heiteren und doch immer wieder auch nachdenklichen Tönen.

 

RÜCKBLICK

 

20. Oktober, 17 Uhr

CHOPIN und LISZT – die Grandiosen

 

ANDREA CAPECCI (Klavier)

EILIKA (Sopran) & BERNHARD WÜNSCH (Klavier)

Klavierwerke und Lieder von F. Chopin und Franz Liszt - Bearbeitungen Chopin´scher Lieder von F. Liszt für Klavier-Solo

 

 

Er begeisterte "... mit Werken von Chopin und Debussy durch seine künstlerische Reife, musikalische Intelligenz, technische Überlegenheit und seinen Farbenreichtum..." (Hessischer Rundfunk). 2009 verlieh ihm die Jury des DAAD-Wettbewerb einstimmig den ersten Preis. Der Pianist konzertiert regelmäßig als Solist bei wichtigen Festivals und Konzertreihen in Europa und mit Orchestern wie dem hr-Sinfonieorchester Mit ANDREA CAPECCI begrüßen wir einen äußerst feinsinnigen und technisch überragenden Pianisten, der u.a. die berühmte Ballade g-Moll von F. Chopin spielen wird, die aufgrund ihrer tiefen Intensität im Film „Der Pianist“ eine existentielle Rolle spielt.

Um Raritäten handelt es sich bei den Polnischen Liedern, die Chopin im Verlauf von zwei Jahrzehnten auf damals aktuelle romantische Gedichte komponiert und gesammelt als sein op. 74 herausgegeben hat. Es sind stilistisch sehr unterschiedliche Vertonungen, deren Spannweite vom launigen Gesellschaftslied bis zur Rhapsodie, von der balladenartigen Dumka bis zur lyrischen Romanze reicht. Ergänzt wird das Programm von Bearbeitungen Chopin´scher Lieder von Franz Liszt für Klavier-Solo und den balladenartigen Liedern dieses Komponisten.